Häufig gestellte Fragen und Antworten

Erfahrungsgemäß stellen viele Eltern bezüglich Waldkindergärten sehr ähnliche Fragen. Sollte Ihre nicht beantwortet werden, dann mailen Sie uns bitte: mail@naturkindergarten-rieseby.de

  1. Für welche Kinder ist der Waldkindergarten geeignet?
    Der Waldkindergarten tut allen Kindern gut. Aufgrund der kleinen Gruppengröße bis maximal 20 Kindern können wir hier individuell auf die Kinder eingehen. Deshalb ist der Naturkindergarten Rieseby e. V. auch grundsätzlich darum bemüht, alle Kinder in die Kindergartengruppe zu integrieren, sofern es die Umstände erlauben. Denn alle, ob Mädchen oder Junge, ob lebhaft, schüchtern oder zart, von ADHS betroffen, mit autistischen Zügen oder auch mit einer Behinderung, bekommen im Wald „Nahrung für die Seele“, wie es Waldpädagogen häufig nennen. In unserem Waldkindergarten können sich die Kinder entsprechend ihren Fähigkeiten, in ihrem eigenen Tempo selbst ausprobieren oder auch etwas Abstand wahren, wenn ihnen danach ist. Auf diese Weise läßt er sie so individuelle Erfahrungen und Erfolgserlebnisse sammeln, die den Kindern Selbstvertrauen geben und ihre Persönlichkeit stärken.

  2. Und wie unterscheidet sich generell ein Wald- von einem Regelkindergarten?
    Waldkindergärten werden häufig als „Kindergärten ohne Tür und Wände“ bezeichnet, in denen die Kinder hauptsächlich mit den Dingen spielen, die sie im Wald finden. Genauso ist es auch bei uns. Allerdings stehen unseren Kindern ergänzend Schaukeln, Hängematten sowie ein Ruderboot, Eimer und Schaufeln, Bälle, wenige Brettspiele oder auch eine Verkleidungskiste zur Verfügung. Zudem haben wir auch Mal- und Bastelutensilien, Knete sowie Bücher zum Vorlesen vor Ort.

  3. Wird Kindern nicht langweilig, wenn sie nur so wenig Spielzeug haben?
    Das weitestgehend freie Spielen ohne vorgefertigtes Spielzeug mit vorgeschriebener Bedeutung regt die Kinder zum selbständigen Gestalten, Experimentieren und Erfinden sowie ihre Kreativtät und Phantasie an. So bauen die Kinder Hütten und Staudämme, sammeln Bastelmaterialien oder suchen nach Schätzen, die sie mit nach Hause nehmen können. Nicht selten wird aus einem Stock ein Hexenbesen, Steckenpferd oder auch eine Zeltstange, aus einem umgekippten Baum eine Festung oder eine Ladentheke mit Blätter und Zapfen als Ware dahinter. Insbesondere ihre Sprache wird bei diesen Rollenspielen zum wichtigsten Spielelement und dadurch intensiv geübt. Schließlich müssen sich die Kinder über die Bedeutung der Gegenstände und über das Spielgeschehen häufiger verbal austauschen. Kinder nehmen den Wald als riesigen Spielplatz wahr, lediglich ohne die üblichen Spielgeräte. Denn statt auf einem Klettergerüst klettern sie auf Bäumen und Baumstümpfen. Sie balancieren auf umgekippten Stämmen, schaukeln, buddeln herum, spielen Fangen und Verstecken oder auch unterschiedliche Ballspiele. Im Naturkindergarten Rieseby haben die Kinder außerdem fast immer die Möglichkeit, sich in den Bauwagen zurückzuziehen und zu malen, kneten oder auch in der Gruppe ein Brettspiel zu spielen, wenn sie Lust dazu haben. Wir beobachten jedoch regelmäßig, dass ihnen Aktivitäten draussen meist lieber sind.

  4. Finden Kinder es denn wirklich toll, bei Regen und Kälte stundenlang draußen zu sein?
    • Zunächst einmal dient uns direkt im Wald ein umgebauter Bauwagen nicht nur als Lagerraum, sondern vor allem an kalten oder nassen Tagen auch als Schutzraum. Für den Fall sehr extremer Witterung, wie starkem Sturm mit Astbruch oder Gewitter, aber auch für extrem kalte Tage steht als Notunterkunft ein zweiter beheizbarer Bauwagen außerhalb des Waldes zur Verfügung.
    • Generell aber haben Kinder einen natürlichen Bewegungsdrang, den sie vor allem draussen ausleben können. Sie unterscheiden dabei nicht in gutes und schlechtes Wetter, sondern lediglich in Sonne oder Regen und Schnee. Das passt zwar schwer in den Kopf von uns Erwachsenen, aber unsere Erfahrungen beweisen es immer wieder: „Während wir Erzieherinnen uns so manchesmal bei regnerischem Wetter eher wünschten, uns mit den Kindern gemütlich in den Bauwagen zurückziehen zu können, finden es viele von ihnen doch spannender, draussen auszuprobieren, was wohl neben Federn oder Blättern noch in der Pfütze schwimmen könnte oder wie gut sich Matsch als Baumaterial eignet.“
    • Für Kinder gibt es kein schlechtes Wetter. Es gibt nur schlechte Kleidung. Deshalb brauchen Waldkinder unbedingt gute Outdoor-Kleidung! Das bedeutet insbesondere gute Regenkleidung, die nicht gleich durchnässt, dazu langärmlige T-Shirts und Hosen im Sommer, auch weil es neben der Zeckengefahr im Wald in der Regel kühler ist als außerhalb des Waldes sowie warme, wind- und wasserabweisende Kleidung für den Winter. In jeder Jahreszeit sind festes Schuhwerk, bei Regenwetter Gummistiefel, im Winter eventuell Schneestiefel erforderlich. Nicht zuletzt brauchen Waldkinder einen kleinen, gut sitzenden, wenn möglich wasserfesten Rucksack.
  5. Birgt der Wald nicht auch Gefahren?
    • Draussen zu spielen ist heute zwar in vielen Wohngegenden gefährlich, nicht aber bei uns im Wald, denn die Kinder stärken durch ständige Bewegung ihre Kraft, Motorik und Ausdauer. Instinktiv passen sie ihr Risikoverhalten ihrem Leistungsvermögen an. Denn Fallen lernt man nur durch Fallen. Statistisch gesehen, liegt die Unfallrate im Waldkindergarten deutlich unter der von Regelkindergärten. Für den Notfall ist jedoch immer ein Erste-Hilfe-Koffer vor Ort und die ErzieherInnen nehmen regelmäßig an Erste-Hilfe-Kursen teil. Über unsere Mobiltelefone kann bei Bedarf auch sofort ärztliche Hilfe gerufen werden.
    • Außerdem werden klare Sicherheitsregeln mit den Kindern eingeübt, um Gefahren vorzubeugen. So bleiben die Kinder immer in Hör- und Sichtweite, und es wird nicht mit Stöcken gerannt. Es werden keine toten Tiere oder Kot angefasst. Zum Schutz gegen den Fuchsbandwurm wird grundsätzlich nichts außer dem mitgebrachten Frühstück aus dem Wald gegessen. Vor dem Essen werden die Hände gewaschen und schmutzige Hände werden nicht in den Mund gesteckt.
    • Der Gefahr von Zeckenbissen und einer eventuellen Infektion mit Borreliose sind nicht nur Waldkinder ausgesetzt. Sie besteht ebenso im eigenen Garten oder auf dem Spielplatz. Deshalb sollten die Kinder immer lange Kleidung und eventuell eine Kopfbedeckung tragen. Zusätzlich können die Kinder mit Zeckenmittel geschützt werden. Wenn die Kinder nach Hause kommen, sollte dann die Waldkleidung ausgezogen und die Kinder nach Zecken abgesucht und gegebenenfalls entfernt werden. Denn je später die Zecke entfernt wird, desto größer ist die Infektionsgefahr.
  6. Was ist, wenn ein Kind mal „muss“?
    Kleine Geschäfte finden abseits des Spielbereichs im Freien statt, das große Geschäft wird immer vergraben. Allerdings haben wir festgestellt, dass sich die Verdauung der Kinder ohnehin weitestgehend umstellt, so dass die Kinder nicht so oft müssen, während sie bei uns im Wald sind.

  7. Feiern Kinder im Waldkindergarten auch Feste und machen sie Ausflüge?
    Ja! Übers Jahr verteilt veranstalten wir mehrere Feste und machen außerdem die unterschiedlichsten Ausflüge ins Umland. So standen 2010 u. a. Besuche im Gettorfer Zoo, bei der Feuerwehr, der Heuherberge (mit Übernachtung), im Ostsee-Info-Center oder beim Weihnachtsmusical „Rotkäppchen“ an.

  8. Verein: Was bedeutet das für die Eltern bzw. seine Mitglieder?
    Unser Verein kann auf Dauer nur erfolgreich sein, wenn die Beteiligten bereit sind, sich im Rahmen des Vereins zu engagieren.
    • Wir gestalten unseren Kindergarten in Eigenverantwortung. Das bedeutet, die Mitgliedschaft im Verein gibt uns die Möglichkeit, an der Konzeption und der Ausgestaltung des Kindergartenalltags unmittelbar mitzuwirken.
    • Zur Aufrechterhaltung und Verwaltung des Kindergartenbetriebes ist die Tätigkeit eines Vorstandes notwendig. Er ist im weitesten Sinne für die Geschäftsführung verantwortlich.
    • Der Kindergarten ist auf die Mitwirkung der Eltern bei unterschiedlichen Vereinsaktivitäten angewiesen. Hierzu gehört die Hilfe bei Reparaturen am Bauwagen, Organisation von Festen und anderen Veranstaltungen, Begleitung bei Ausflügen usw.