Förderung ab dem ersten Tag ~ Dortmunder Entwicklungsscreening

Bundesweit zählen Waldkindergärten mit zu den innovativsten Bildungseinrichtungen im Vorschulalter. Infolge wünschen sich immer mehr Eltern für ihr Kind einen Aufenthalt in einer solchen Betreuungseinrichtung. Allerdings zweifeln gerade in der Zeit von PISA-Studien viele, ob ihre Sprösslinge dort tatsächlich genauso gut wie Kinder aus Regelkindergärten auf die Schule vorbereitet werden und stellen uns deshalb immer wieder gerne Fragen wie: „Können Waldkinder überhaupt mit einer Schere umgehen bzw. einen Stift richtig halten?“ oder „Können sie später in der Schule denn auch stillsitzen?“

„Wer balancieren kann, kann auch rechnen!“ formulierte eine unserer Eltern sehr treffend, denn objektive Kriterien für die sogenannte Schulfähigkeit gibt es nicht. Kinder leben und erleben die ersten Jahre ihres Lebens auf unterschiedlichste Art und Weise. Deshalb ist es grundsätzlich auch Aufgabe der Grundschule, sich in ihren Anforderungen auf die unterschiedlichen Biographien ihrer ABC-Schützen einzustellen. Allerdings ist hinlänglich bekannt, dass gewisse Basiskompetenzen, wie z. B. eine differenzierte Wahrnehmungsfähigkeit, Neugierverhalten, Lernbereitschaft, Aufgabenverständnis, Orientierung an Regeln, Fähigkeit zur Kommunikation und zu angemessenem Umgang mit Konflikten, den Kindern die Teilnahme am schulischen Lernen erleichtern. Aus diesem Grund ist es Hauptaufgabe der Kindergärten, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Kindern den Erwerb dieser Schlüsselqualifikationen ermöglichen.

Wir fördern unsere Kinder ab dem ersten Tag im Wald

  • Unsere Waldkinder forschen gemeinsam und setzen dabei ihre natürlichen Fähigkeiten zur Kooperation sowie ihre Kreativität ein.
  • Sie trainieren täglich ihre Grobmotorik beim ausgiebigen Rennen, Klettern, Balancieren Schaukeln oder Ballspielen im Wald. Da kann keine „Bewegungsstunde“ mithalten!
  • Die Entwicklung ihrer Feinmotorik wird im Umgang mit den Naturmaterialien in hohem Maße gefördert. Die Kinder bilden ihre Handmotorik aus, indem sie z. B. feine Tannennadeln aufheben oder mit Stöcken, Steinen und Zapfen regelmäßig basteln und konstruieren. Das notwendige muskuläre und feinmotorische Training als Voraussetzung für das Halten und Führen von Mal- oder Schreibstiften wird somit intensiv geübt. Außerdem haben sie bei uns auch jederzeit die Möglichkeit, Bilder zu malen oder zu kneten.
  • Unterschiedliche Farben und Formen erleben unsere Waldkinder im Jahreszeitenlauf, z. B. wenn sie im Herbst mit unterschiedlich geformten Blättern farbenfrohe Bilder basteln.
  • Das Zählen wird immer wieder mit in den Tagesverlauf eingebunden und sei es nur, dass die Kinder gleich im Morgenkreis ihre anwesenden Spielkameraden zählen. Dort lernen sie auch, frei in der Gruppe zu sprechen. Überhaupt ist die Sprache eines ihrer wichtigsten Spielelemente, so dass sich jedes Kind täglich intensiv in ihr übt.
  • In unserem Waldkindergarten gibt es feste Regeln und Grenzen, die für die Kinder nachvollziehbar sind. So mögen es insgesamt zwar weniger als in herkömmlichen Kindergärten sein, doch ist es unumgänglich, dass z. B. Sicherheitsregeln eingeübt und eingehalten werden.
  • Auch das Stillsitzen wird bei uns geübt. So heißt es nicht nur hin und wieder mal „Auszeit“ für eines unserer Waldkinder, sondern wir sitzen insbesondere beim gemeinsamen Frühstücken, Malen, Basteln oder Kneten sowie beim täglichen Vorlesen regelmäßig zusammen. Denn wenn Kinder begeistert und kindgerecht gefordert werden, bleiben sie fast von alleine sitzen, auch über einen längeren Zeitraum.

Dortmunder Entwicklungsscreening für den Kindergarten (DESK 3-6)

Einmal jährlich verfassen unserer ErzieherInnen einen schriftlichen Entwicklungsbericht über die fein- und grobmotorische, sprachliche, kognitive und soziale Entwicklung der Kinder, um den Eltern neben dem täglich möglichen Austausch mit den ErzieherInnen einen weiteren Gesamteindruck über die altersspezifische Entwicklung ihrer Kinder geben zu können.

Das wesentliche Ziel besteht darin, Kinder mit so genannten Entwicklungsgefährdungen frühzeitig zu erkennen und auf Basis dieser Ergebnisse gezielt zu fördern, da diese Kinder im Vergleich zu Gleichaltrigen sehr wenige Aufgaben des Verfahrens bewältigen und somit ein vergleichsweise geringes Maß entsprechender Kompetenzen aufweisen. Durch das Verfahren soll vermieden werden, dass diese Kinder eine Entwicklungsverzögerung entwickeln und später für den Start in das Schulleben nicht gut gerüstet sind. Das Ziel des DESK ist nicht das „Brandmarken“ (Stigmatisieren) von Kindern. Stattdessen soll die Kindergesundheit dadurch gestärkt werden, dass bereits im Vorschulalter eine passgenaue Förderung erfolgt, die zudem auf zuverlässigen Informationen durch Anwendung eines standardisierten Verfahrens (DESK) beruht.

(Auszug aus den Elterninformationen zum DESK)