Unterschiedliche empirische Studien bestätigen, dass eine der wichtigsten Forderungen aus den Ergebnissen der PISA-Studien, nämlich die Fähigkeit, Probleme eigenständig zu lösen, durch das forschende Entdecken im Naturkindergarten in idealer Weise gefördert wird. Außerdem in den Bereichen „Motivation, Ausdauer, Konzentration“, „Sozialverhalten“ und „Mitarbeit im Unterricht“ sollen Kinder aus Waldkindergärten einen deutlichen Vorteil haben und auch ansonsten durchschnittlich mindestens ebenso gut wie Kinder aus herkömmlichen Kindergärten auf die schulischen Anforderungen vorbereitet sein.

„Vorschule im Bauwagen“

Um unsere zukünftigen Schulkinder noch zusätzlich zu fördern, machen wir mit ihnen im letzten Kindergartenjahr regelmäßige Vorschulübungen, wie z. B.

  • Erkennen von Mengen- und Größenverhältnissen sowie
  • von unterschiedlichen geometrischen und abstrakten Formen,
  • erstes Schreiben der Zahlen von eins bis zehn,
  • Schwungübungen und
  • Konzentrationsaufgaben,
  • Übungen zur phonologischen Bewusstheit.

Unter der sogenannten „phonologischen Bewusstheit“ wird die Fähigkeit verstanden, sprachliche Einheiten wie Wörter, Silben und Buchstaben in der gesprochenen Sprache zu erkennen. Sie ist eine wichtige Voraussetzung zum problemlosen Lesen- und Schreibenlernen. Kinder, die Schwierigkeiten in diesen Bereichen haben, können durch dieses Programm früher erkannt und so besser gefördert werden.

Hierfür verwenden wir das von Christiane Christiansen (Landeskoordinatorin für Sprachheilpädagogik und Sprachförderung im vorschulischen Bereich in Schleswig-Holstein) entwickelte „Wuppi“-Programm.

Dabei wird zunächst in der ersten Woche den Vorschulkindern die Vorlesegeschichte „Wuppi vom Planeten Wupp“ vorgestellt. Sie erzählt vom Königssohn Wuppi, der aus dem Weltall kommend in einem Kindergarten landet. Da er nie zuhört, sich nicht Geschichten vorlesen lässt und sich nicht für Spiele interessiert, durch die er später leichter Lesen und Schreiben lernt, kann er nicht König werden. Deshalb will der grausame König Bösix vom Nachbarplaneten schon jetzt seinen Vater Wuppix vom Thron verdrängen. Da es in Kindergärten ein „Ohrentraining“ gäbe, wurde Wuppi auf die Erde geschickt, um an diesem teilzunehmen. Nur so könne er später ein „Ohrenkönig“ werden …

Wenn die Vorlesegeschichte vorgestellt worden ist, taucht dann die Handpuppe Wuppi im Kindergarten auf, so dass den Kindern klar wird, wo dieses „Ohrentraining“ stattfinden wird. In den folgenden Wochen wird nun eine „Ohrenaufgabe“ nach der anderen behandelt. Wuppi begleitet die Kinder durch das Training, das u. a. Lauschspiele, Reime, Silbenübungen sowie Analyse und Synthese von Lauten umfasst. Zum Schluss bekommen Wuppi und die Kinder Urkunden, die sie als „Ohrenkönige“ auszeichnet.